Charles Duke.

DER MANN, DER AUF DEM MOND WAR.

Text: Clara Holzhauser

Foto: Elmar Witt

Es ist voll im Technikmuseum Speyer. Dicht an dicht drängen sich Menschen durch die riesige Raumfahrthalle, vorbei an Vitrinen mit Raumanzügen, entlang an Modulen, einer echten russischen Raumfähre, bis hin zu einer rekonstruierten Mondlandschaft. Imposant und erstaunlich detailgetreu ist hier die Apollo-Mondlandung von 1969 nachempfunden, inklusive Fußabdrücke im grauen Mondstaub. Täuschend echt sieht das Rondell aus und neben der Mondlandefähre – zwischen Astronauten und der amerikanischen Flagge – steht ER: Charles Duke. Blitzlichtgewitter, Kameras – er ist der Mann, der in diese Kulisse gehört: Ein schlanker, älterer Herr mit einem unglaublichen Leuchten in den Augen.

Charles Moss Duke, Jr. aus Charlotte, North Carolina gehört zu einer ganz besonderen Spezies von Mensch: Er ist ein Moonwalker. Der heute 83-Jährige war 1972 mit der Apollo 16 auf dem Mond. Das Technikmuseum Speyer mit Europas größter Raumfahrtausstellung besucht er als Teilnehmer eines internationalen Raumfahrtsymposiums.

Duke trägt eine blaue Fliegerjacke der NASA, wirkt trotz seines fortgeschrittenen Alters unglaublich rüstig, leicht federnd sein Schritt. Er genießt die Aufmerksamkeit und erzählt von seiner Mission damals: »Wir waren die fünfte Mission, die auf dem Mond landete. Das war vor 47 Jahren, aber für mich fühlt es sich an, als ob es gestern gewesen wäre. Ich kann mich noch an fast jeden Schritt auf dem Mond erinnern.«

»You got a bunch of guys about to turn blue. We`re breathing again. Thanks a lot.«

Seit die NASA das Mondprogramm 1972 eingestellt hat, hat kein Mensch mehr den Mond betreten. Duke freut sich, dass die US-Regierung angekündigt hat, wieder Menschen zum Mond zu schicken: »Wir wollen wieder zurück in die Tiefen des Weltraums«, sagt Duke und erklärt, dass der Mond noch sehr viele Geheimnisse berge. Außerdem biete der Mond die perfekte Übungsfläche für den Mars. Hier könne man die ganzen technischen Systeme testen, die man brauche, um längere Zeit auf einem anderen Himmelskörper zu überleben: »Wenn du dann mit den ganzen Anlagen zum Mars fliegst, dann sollte das auch wirklich funktionieren.« Duke erzählt, er könne kaum glauben, dass man in diesem Jahr schon »50 Jahre Mondlandung« feiere. Er selbst war der insgesamt zehnte und bis heute jüngste Mann auf dem Mond. Schon bei der legendären ersten bemannten Mondlandung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin war Duke ebenfalls involviert, als er vom Kontrollzentrum in Houston aus den Kontakt zur Mondlandefähre hielt. Duke kann die Konversation von damals heute noch wörtlich wiedergeben. Nach der Landung auf dem Mond hatte Armstrong jenen berühmten Satz zu ihm gesagt, der sich ins kollektive Gedächtnis der Menschheit brannte: »The eagle has landed.« Duke antwortete ihm, und weil es wunderschön Hollywood-like klingt, zitieren wir das Original: »Roger. Tanquility.« Und weiter: »You got a bunch of guys about to turn blue. We`re breathing again. Thanks a lot.« Nicht nur die Mitarbeiter von Mission Control haben damals die Luft angehalten. Geschätzte 500 bis 600 Millionen Menschen weltweit hatten die Mondlandung damals an den TV-Geräten verfolgt.

Duke erzählt immer wieder, wie dankbar er ist, dass er an dem Mondprogramm der NASA teilnehmen durfte. Er strahlt, sein Händedruck ist fest. Es ermüdet ihn keinesfalls, die Geschichten von damals zu erzählen. Er genießt es – und junge wie alte Menschen lauschen ihm staunend ob der schwerelosen Schritte vor 50 Jahren hin zur Menschheitsgeschichte. 

Mondgestein. Eine Dauerleihgabe der NASA.

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